Karl-Preusker-Medaille 2015 im Grimm-Zentrum an Prof. Dr. Konrad Umlauf verliehen
Bei einem Festakt im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin wurde Prof. Dr. Konrad Umlauf am 30. Oktober 2015 mit der Karl-Preusker-Medaille ausgezeichnet. Bibliothek und Information Deutschland würdigte damit seine herausragenden Leistungen als Bibliothekswissenschaftler und -praktiker. Die Laudatio hielt Prof. em. Birgit Dankert.
Die Laudatorin betonte, dass Professor Umlauf in seinem Handeln in und für Bibliotheken von einer kulturpolitischen Programmatik geleitet ist. Er versteht die öffentliche Bibliothek als „Instrument des mündigen Bürgers“, die durch ein professionelles Bestandsmanagement und die Evaluierbarkeit ihrer Qualität den Erwartungen und Wünschen ihrer Benutzer Rechnung tragen muss.
Umlauf selbst erprobte dieses Konzept zunächst an der Amerika-Gedenkbibliothek und dann, während seines „schwäbischen Jahrzehnts“ (1983–1992), als Leiter der Stadtbibliotheken Ludwigsburg und Heilbronn. Seit seiner Berufung zum Universitätsprofessor 1992 wirkte er als erfolgreicher Hochschullehrer und Fachautor von mehr als 400 Publikationen. Er sei, so Dankert, für die Bibliothekarinnen und Bibliothekare in der Praxis, wie für die Wissenschaft und den bibliothekarischen Zukunftsdiskurs, immer der „verlässliche Pionier“, der „bibliothekarische Frontmann“ gewesen.
Professor Umlauf zeichnete in seiner Dankesrede ein kühnes Zukunftsbild der Bibliothek: Sie werde als Einrichtung ihre feste räumliche Gefügtheit verlieren, sich in einem „fluiden“ räumlichen Zusammenhang mit anderen Einrichtungen wiederfinden. Auch der bibliothekarische Beruf werde seine Bindung an die Bibliothek zunehmend verlieren. Während früher die Dienstleistungen der Bibliothekare im Vordergrund standen, werden es in Zukunft die Aktivitäten der Nutzer sein. Diese wiederum werden ebenso voneinander lernen und leihen wie sie dies bisher in Bezug auf die Bibliothek taten. „Die Medien der eigenen Bibliothek“, so Umlauf, „werden keine dominante Rolle spielen, weil Medien noch stärker als heute omnipräsent und frei zugänglich sein werden. Benutzer werden mehr Medien untereinander leihen und tauschen als aus der Bibliothek beziehen.“ Die Einhaltung ethischer Grundsätze werde in diesem Szenario an Bedeutung gewinnen.
Ralph Deifel, Vorstandsmitglied des Deutschen Bibliotheksverbandes, stellte in seinem Grußwort neue Entwicklungen der Kampagne „Netzwerk Bibliothek“ des dbv vor. Auf der Deutschlandkarte der Kampagne sind mittlerweile 520 Bibliotheken mit digitalen Angeboten verzeichnet. Nutzerinnen und Nutzer können sich so ein Bild von den digitalen Services ihrer Bibliotheken vor Ort und überregional machen. Deifel zog eine positive Bilanz der diesjährigen Aktionswoche, die mit der Preisverleihung zu Ende ging.
© 2016 by De Gruyter
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