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Sprecher zwischen Tradition und Innovation: Zum Problem von «Diskurstraditionen» und «Diskursgemeinschaften» am Beispiel der Sprache der Politik

Published/Copyright: December 21, 2007
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Zeitschrift für romanische Philologie
From the journal Volume 122 Issue 3

Der Übergang Spaniens von der Diktatur Francos zur Demokratie hatte einschneidende Folgen für das Verhältnis der Sprecher zu ihren Sprachen. Das betrifft einerseits den Status der Sprachen, also das Verhältnis des Spanischen zu den Regional- und Minderheitensprachen, es gilt aber auch für das Korpus aller dieser Sprachen. Während sich die deutsche Romanistik für die Entwicklung des Katalanischen und des Galicischen in dieser Phase schon früh und intensiv interessiert hat, blieb das Spanische der Transición lange Zeit eher unbeachtet. Daran hat sich inzwischen einiges geändert. Die politische und soziale Geltung des Spanischen und seine Entwicklung im öffentlichen Raum sind zu einem Thema der Romanistik geworden. In diesen Kontext gehört die von Artur Greive betreute Kölner Dissertation von Martin G. Becker. Die Entwicklung des «politischen Diskurses» in der Zeit der Transición und der inzwischen konsolidierten Demokratie ist ein wichtiger Gegenstand, und er kann, vor dem Hintergrund der Diskussionen zur politischen Sprache in Deutschland seit dem Nationalsozialismus, aus vergleichender deutscher Perspektive sehr gut bearbeitet werden. Um es vorweg zu sagen: Becker gelingt es hervorragend, die Entwicklung des politischen spanischen Wortschatzes «zwischen Tradition und Wandel» differenziert und zupackend darzustellen. Das Buch hat mich begeistert.

Online erschienen: 2007-12-21
Erschienen im Druck: 2006-August-25

© Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2006

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