Linux-Cluster im produktiven Einsatz in der Automobilindustrie
Linux Cluster setzen sich vermehrt an Hochschulen und Forschungseinrichtungen als kostengünstige Alternative zu RISC-Systemen durch. Große Cluster installierte Megware in Heidelberg und Chemnitz. Die Universität Karlsruhe berichtete im Juni 2002, dass schon 10 Institute selbstgebaute Cluster einsetzen. Ihre Größe reicht von zehn bis weit über einhundert Prozessoren. Sie bestehen aus handelsüblichen Komponenten, oft baut sie das Institut zusammen. Die Software zum Betreiben eines Clusters gibt es kostenlos im Open Source-Bereich.
Bisher war die Rechnerwelt in der Automobilindustrie überschaubar. Ab 1985 setzten erste Unternehmen Vektorrechner ein – auch heute noch. Zusätzlich kauften sie später RISC-SMP-Systeme für die numerische Simulation ein. Vor einiger Zeit entdeckten die Entwicklungsabteilungen kostengünstige Linux-Cluster für parallele Programme mit MPI-Kommunikation. Schon seit 1999 portierten verschiedene Softwarehäuser (Independent Software Vendors) ihre Simulationspakete für Ingenieurs-Applikationen (Computer Aided Engineering) auf Linux und erstellten parallelisierte Versionen. Nach der Verifikation der Ergebnisse auf unterschiedlichen Plattformen erzielten die Cluster ihren Durchbruch in der Automobilindustrie. Hierzu gehören Programme zur Crashsimulation, Struktur- und Strömungsberechnung sowie für die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Linux war inzwischen gereift und bot sich als kostengünstige Alternative für den industriellen Einsatz an. Die deutsche Industrie betreibt mindestens 44 Cluster mit insgesamt fast 1700 Prozessoren, davon 39 bei vielen Zulieferern und Unternehmen in der Automobilbranche. Audi, BMW, DaimlerChrysler und Porsche setzen derzeit sehr erfolgreich etwa 15 mittelgroße und große Cluster mit mehr als 1000 PC-Prozessoren ein.
Auf dem Infoforum Ende 2001 von science + computing, Tübingen, mit dem Titel „Linux-Cluster-Computing im CAE-Umfeld“ präsentierten die Hardware-Hersteller ihre Angebote. Einige Automobilfirmen berichteten über Auswahlkriterien, Anwendungen und Erfahrungen im Betrieb. Die 160 Teilnehmer erhielten so Informationen aus erster Hand.
© Copyright by K.G. Saur Verlag 2002
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