Vom »Feldmarschall« zum »Eroberer«. Über den Einfluß der österreichischen Theaterzensur auf den Spieltext in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Der vorliegende Beitrag befaßt sich mit der Bedeutung der österreichischen Theaterzensur für die Spieltexte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Hilfe der Untersuchung von originalem Zensurakt, begutachtetem Zensurbuch und einer adäquaten Druckversion. Anhand einiger Textbeispiele aus den fünfziger und sechziger Jahren wird die unvermindert strenge Handhabung der Zensur gemäß der Theaterordnung von 1850 belegt. Die dokumentierten Zensureingriffe erstrecken sich auf alle drei Hauptbereiche der Zensur: Moral, Religion/Kirche und Staat/Politik.
The essay explores the significance of Austrian theatre censorship for dramatic texts in the second half of the 19th century by examining the original censorship file, the officially censored copy and an adequate printed version. Based on several text samples from the 1950s and 1960s, the essay demonstrates the unrelentingly strict process of censorship under the Theatre Ordinance of 1850. The documented cases of censorship include all three main fields of censorship: morality, religion/church and state/politics.
© Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2005
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