Bringen religiöse Erfahrungen Erkenntnisse?
Zusammenfassung
Der erste Teil des Beitrags bietet eine philosophische Erläuterung der Ausdrücke ‚Religion‘ und ‚religiöse Erfahrung‘. Dazu wird zunächst eine Abgrenzung zwischen Erfahrungen einerseits und Stimmungen und Gefühlen andererseits vollzogen. Dies ist nötig, umdem mehr-als-subjektiven Charakter von Erfahrungen gerecht zu werden, ohne den ein Erkenntnisanspruch nicht zu rechtfertigen wäre. In der folgenden genaueren Bestimmung der religiösen bzw. spirituellen Erfahrung folgt der Beitrag dem Vorgehen von William James, zunächst die Rolle zu erörtern die Religionen im menschlichen Leben spielen. Die Frage, ob und in welchem Sinne z. B. transzendente Personen existieren, wird für den vorliegenden Ansatz erst zugänglich, wenn die Besonderheiten der Artikulationsformen religiöser Erfahrungen verstanden sind. Dem entsprechend behandelt der zweite Teil die sprachlichen Form, in der Erfahrungen der religiösen Art typischerweise artikuliert werden, d. h. die Form der Geschichte. Hier zeigt sich, dass es im erörterten Bereich nicht auf die wörtliche Wahrheit einzelner Sätze ankommt.Was Geschichten der einschlägigenArt zu verstehen geben gehört einer zweiten Inhaltsebene an. Die Erörterung ihres Anspruchs, eine Art von Wissen zu artikulieren, ist deshalb eine Untersuchung, ob die einschlägige Geschichte eine mehr oder weniger angemessene Darstellung der ‚Conditio Humana‘ ist. In dem Maße, in dem wir hierüber urteilen können, bringen religiöse Erfahrungen in der Tat Erkenntnisse
Zusammenfassung
Der erste Teil des Beitrags bietet eine philosophische Erläuterung der Ausdrücke ‚Religion‘ und ‚religiöse Erfahrung‘. Dazu wird zunächst eine Abgrenzung zwischen Erfahrungen einerseits und Stimmungen und Gefühlen andererseits vollzogen. Dies ist nötig, umdem mehr-als-subjektiven Charakter von Erfahrungen gerecht zu werden, ohne den ein Erkenntnisanspruch nicht zu rechtfertigen wäre. In der folgenden genaueren Bestimmung der religiösen bzw. spirituellen Erfahrung folgt der Beitrag dem Vorgehen von William James, zunächst die Rolle zu erörtern die Religionen im menschlichen Leben spielen. Die Frage, ob und in welchem Sinne z. B. transzendente Personen existieren, wird für den vorliegenden Ansatz erst zugänglich, wenn die Besonderheiten der Artikulationsformen religiöser Erfahrungen verstanden sind. Dem entsprechend behandelt der zweite Teil die sprachlichen Form, in der Erfahrungen der religiösen Art typischerweise artikuliert werden, d. h. die Form der Geschichte. Hier zeigt sich, dass es im erörterten Bereich nicht auf die wörtliche Wahrheit einzelner Sätze ankommt.Was Geschichten der einschlägigenArt zu verstehen geben gehört einer zweiten Inhaltsebene an. Die Erörterung ihres Anspruchs, eine Art von Wissen zu artikulieren, ist deshalb eine Untersuchung, ob die einschlägige Geschichte eine mehr oder weniger angemessene Darstellung der ‚Conditio Humana‘ ist. In dem Maße, in dem wir hierüber urteilen können, bringen religiöse Erfahrungen in der Tat Erkenntnisse
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt IX
-
I. Existenzielle Zugänge zur Spiritualität
- Krankheit als existenzielle Erfahrung 3
- Heimatlosigkeit und spirituelle Suche 17
- Zwischen Ernst und Nichternst 33
- Fähigkeit zum Unbedingten und säkulare Spiritualität 49
- Vor Gott stehen 67
- The holiness of reason 79
-
II. Phänomenologie spiritueller Erfahrung
- Der ganze Mensch in der spirituellen Erfahrung 97
- Spiritual experience in Jean-Luc Marion’s phenomenology 113
- Spirituelle Erfahrung 125
- Ent-täuschung – Spiritualität 159
-
III. Erkenntnistheoretische Grundlagen spiritueller Erfahrung
- Die Wahrheit der subjektiven Erfahrung 171
- Bringen religiöse Erfahrungen Erkenntnisse? 185
-
IV. Spiritualität und Ethik
- Spiritualität und die Heiligkeit des – anderen – Menschen 199
- Miteinander 215
-
V. Spiritualität im gesellschaftlichen Kontext
- Ecology and spirituality 235
- „Gott“ als Lebensgarant 245
-
VI. Philosophische Perspektiven auf Spiritual Care
- Erkenne Dich selbst!? 261
- Kenosis 277
- Grenzüberschreitung 293
- Welchen Beitrag leistet das sokratische Gespräch für Spiritual Care? 301
-
Anstelle eines Nachworts
- Den inneren Raum beleben. Spirituelle Erfahrung in der Kunsttherapie 313
- Autorinnen und Autoren 323
- Index 329
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt IX
-
I. Existenzielle Zugänge zur Spiritualität
- Krankheit als existenzielle Erfahrung 3
- Heimatlosigkeit und spirituelle Suche 17
- Zwischen Ernst und Nichternst 33
- Fähigkeit zum Unbedingten und säkulare Spiritualität 49
- Vor Gott stehen 67
- The holiness of reason 79
-
II. Phänomenologie spiritueller Erfahrung
- Der ganze Mensch in der spirituellen Erfahrung 97
- Spiritual experience in Jean-Luc Marion’s phenomenology 113
- Spirituelle Erfahrung 125
- Ent-täuschung – Spiritualität 159
-
III. Erkenntnistheoretische Grundlagen spiritueller Erfahrung
- Die Wahrheit der subjektiven Erfahrung 171
- Bringen religiöse Erfahrungen Erkenntnisse? 185
-
IV. Spiritualität und Ethik
- Spiritualität und die Heiligkeit des – anderen – Menschen 199
- Miteinander 215
-
V. Spiritualität im gesellschaftlichen Kontext
- Ecology and spirituality 235
- „Gott“ als Lebensgarant 245
-
VI. Philosophische Perspektiven auf Spiritual Care
- Erkenne Dich selbst!? 261
- Kenosis 277
- Grenzüberschreitung 293
- Welchen Beitrag leistet das sokratische Gespräch für Spiritual Care? 301
-
Anstelle eines Nachworts
- Den inneren Raum beleben. Spirituelle Erfahrung in der Kunsttherapie 313
- Autorinnen und Autoren 323
- Index 329