Standarddeutsch – die beste aller möglichen Sprachen
-
Ludwig M. Eichinger
Abstract
Ende des 18. Jahrhunderts ist eine Form der deutschen Sprache ausgebildet und verbreitet, die für die verschiedenartigen Anforderungen einer bürgerlich geprägten öffentlichen Diskurswelt brauchbar ist. Sie lasst sich in einem historischen Konzept „Standardsprache“ deuten. In diesem Konzept werden verschiedene Ausgleichs- und Differenzierungsbemühungen - und -richtungen - des 17. Jahrhunderts aufgehoben, die entwickelten Möglichkeiten neu funktionalisiert. Von dieser Basis aus gesehen ist in der Gegenwart die kommunikative Praxis mit Anspruch auf öffentliche Geltung stark von Variation geprägt. Durch die dabei auftretenden Muster wird allmählich ein Modell kontextbezogener Variabilität etabliert, bei dem so etwas wie „Standard“ in einer Bandbreite von Konstellationen der Interaktion, sprachlichen Modellen und Ausdrucksweisen besteht. Um dieses normative Gefüge modellieren zu können, muss man, wie beispielhaft angedeutet wird, zunächst die Tatbestände und Bedingungen der Varianten genau untersuchen.
Abstract
Ende des 18. Jahrhunderts ist eine Form der deutschen Sprache ausgebildet und verbreitet, die für die verschiedenartigen Anforderungen einer bürgerlich geprägten öffentlichen Diskurswelt brauchbar ist. Sie lasst sich in einem historischen Konzept „Standardsprache“ deuten. In diesem Konzept werden verschiedene Ausgleichs- und Differenzierungsbemühungen - und -richtungen - des 17. Jahrhunderts aufgehoben, die entwickelten Möglichkeiten neu funktionalisiert. Von dieser Basis aus gesehen ist in der Gegenwart die kommunikative Praxis mit Anspruch auf öffentliche Geltung stark von Variation geprägt. Durch die dabei auftretenden Muster wird allmählich ein Modell kontextbezogener Variabilität etabliert, bei dem so etwas wie „Standard“ in einer Bandbreite von Konstellationen der Interaktion, sprachlichen Modellen und Ausdrucksweisen besteht. Um dieses normative Gefüge modellieren zu können, muss man, wie beispielhaft angedeutet wird, zunächst die Tatbestände und Bedingungen der Varianten genau untersuchen.
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt VII
- Einleitung XI
-
Variationsdimensionen
- Standarddeutsch – die beste aller möglichen Sprachen 3
- Grammatik und Variation im Spannungsfeld von Sprachwissenschaft und öffentlicher Sprachreflexion 23
- „Das ist nicht falsch, klingt aber irgendwie komisch“ 47
- „Mit eynre ander manier dan nu“ – Historische Variation bei Vergleichskonstruktionen 65
- Areale grammatische Variation in den Gebrauchsstandards des Deutschen 85
- Grammatische Variation in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation 105
-
Empirische Zugänge – empirische Methoden
- Variationistische Korpusstudien 129
- Syntaktische Variation: Unterspezifikation und Skalen 145
- Psycho-/Neurolinguistik: Neuronale Korrelate der Verarbeitung grammatischer Variation 161
-
Empirie und Theorie in der Grammatikschreibung
- Die allophonischen Frikative in der Standardsprache und in den hessischen Dialekten 181
- Genusvariation: Was offenbart sie über die innere Dynamik des Systems? 203
- Perspektiven auf syntaktische Variation 229
- Grammatische Variation und realistische Grammatik 255
- Theory, data, and the epistemology of syntax 283
-
Methodenmesse
- Wie Wörter Wellen werden Die Untersuchung von Sprachverarbeitung mittels EEG 301
- Multimodale Daten für die empirische Analyse grammatischer Variation in Übersetzungen 309
- Möglichkeiten der Erforschung grammatischer Variation mithilfe von KorAP 319
- Induktive Topikmodellierung und extrinsische Topikdomänen 331
- Standardisierte statistische Auswertung von Korpusdaten im Projekt „Korpusgrammatik“ (KoGra-R) 345
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt VII
- Einleitung XI
-
Variationsdimensionen
- Standarddeutsch – die beste aller möglichen Sprachen 3
- Grammatik und Variation im Spannungsfeld von Sprachwissenschaft und öffentlicher Sprachreflexion 23
- „Das ist nicht falsch, klingt aber irgendwie komisch“ 47
- „Mit eynre ander manier dan nu“ – Historische Variation bei Vergleichskonstruktionen 65
- Areale grammatische Variation in den Gebrauchsstandards des Deutschen 85
- Grammatische Variation in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation 105
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Empirische Zugänge – empirische Methoden
- Variationistische Korpusstudien 129
- Syntaktische Variation: Unterspezifikation und Skalen 145
- Psycho-/Neurolinguistik: Neuronale Korrelate der Verarbeitung grammatischer Variation 161
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Empirie und Theorie in der Grammatikschreibung
- Die allophonischen Frikative in der Standardsprache und in den hessischen Dialekten 181
- Genusvariation: Was offenbart sie über die innere Dynamik des Systems? 203
- Perspektiven auf syntaktische Variation 229
- Grammatische Variation und realistische Grammatik 255
- Theory, data, and the epistemology of syntax 283
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Methodenmesse
- Wie Wörter Wellen werden Die Untersuchung von Sprachverarbeitung mittels EEG 301
- Multimodale Daten für die empirische Analyse grammatischer Variation in Übersetzungen 309
- Möglichkeiten der Erforschung grammatischer Variation mithilfe von KorAP 319
- Induktive Topikmodellierung und extrinsische Topikdomänen 331
- Standardisierte statistische Auswertung von Korpusdaten im Projekt „Korpusgrammatik“ (KoGra-R) 345