Mensch, Welt und Gott
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Christiane Tietz
Abstract
Untersucht man Bonhoeffers Einfluss auf dogmatische Entwürfe der neueren Zeit, dann lässt sich neben der schlagwortartigen Rezeption besonders griffiger Formulierungen auch eine Weiterführung grundlegender Einsichten Bonhoeffers beobachten. Dazu gehört insbesondere seine Auffassung, der Mensch müsse in dieser Welt mündig und verantwortlich leben; dass Gott umgekehrt nicht als allmächtig im metaphysischen Sinn gedacht werden darf, sondern als leidend und ohnmächtig, und dass Gnade nicht billig ist, diese Überzeugungen Bonhoeffers begegnen vielfach. Als überholt wird dagegen in der Regel seine Prognose einer religionslosen Zeit eingeschätzt. Mehrfach trifft man überdies auf das Urteil, Bonhoeffer sei seiner eigenen Unterscheidung von Letztem und Vorletztem nicht gerecht geworden; insbesondere seine Forderung, der Christ solle wie Christus als der »Mensch für andere« leben, wird als eine Verwechslung der soteriologischen und der ethischen Beziehungsebene kritisiert, durch die es zu einer Auflösung des Letzten im Vorletzten komme.
© 2014 by Gütersloher Verlagshaus
Articles in the same Issue
- Die Autorin und die Autoren dieses Heftes
- Zu diesem Heft
- HAUPTARTIKEL
- Tendenzen der Bonhoeffer-Rezeption in den letzten Jahrzehnten
- »Märtyrer im vollen Sinne dieses Wortes«
- Mensch, Welt und Gott
- Zur Rezeption Bonhoeffers in katholischer Kirche und Theologie
- Die Bonhoeffer-Rezeption in Südafrika, den Vereinigten Staaten und Großbritannien
- KRITISCHES FORUM
- Raum für Gottes Heilsplan
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