Widersprüche in der urchristlichen Religion
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Gerd Theißen
Zusammenfassung
Religionen lassen sich wie Menschen durch ihre Aporien charakterisieren. Im Urchristentum werden allgemeine menschliche Widersprüche in religiöser Sprache kodiert: der Widerspruch von Geschichte und Mythos, Universalismus und Partikularismus, Radikalismus und Relativismus, Sinn und Faktizität, Determination und Freiheit. Das Aufdecken solcher Widersprüche ist kein Irrationalismus, sondern lässt eine rationale Struktur der Religion erkennen, insofern diese Widersprüche zur menschlichen Existenz gehören. Man kann den (nach-neutestamentlichen) Trinitätsglauben als eine in sich konsequente Bearbeitung dieser Widersprüche interpretieren: Der Glaube an den Sohn bearbeitet das Problem des Leidens, der Glaube an den Heiligen Geist das Problem menschlicher Freiheit. Beide Probleme bilden den Kern des Theodizeeproblems, das sich so scharf und zugespitzt nur in einer monotheistischen Religion stellt.
© 2014 by Gütersloher Verlagshaus
Articles in the same Issue
- Die Autoren dieses Heftes
- Zu diesem Heft
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- Zwischen Deskription und Reduktion
- Widersprüche in der urchristlichen Religion
- Neutestamentliche Theologie für Atheisten?
- Auferstanden in die Herzen und Seelen der Gläubigen?
- KRITISCHES FORUM
- Ulrich Wilckens’ »Theologie des Neuen Testaments«
- Ferdinand Hahns »Theologie des Neuen Testaments«
- ZUR SITUATION
- Subjektivistischer Glaube als religiöse Falle
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