Home Religion, Bible & Theology Widersprüche in der urchristlichen Religion
Article
Licensed
Unlicensed Requires Authentication

Widersprüche in der urchristlichen Religion

Aporien als Leitfaden einer Theologie des Neuen Testaments
  • Gerd Theißen
Published/Copyright: September 6, 2014
Become an author with De Gruyter Brill

Zusammenfassung

Religionen lassen sich wie Menschen durch ihre Aporien charakterisieren. Im Urchristentum werden allgemeine menschliche Widersprüche in religiöser Sprache kodiert: der Widerspruch von Geschichte und Mythos, Universalismus und Partikularismus, Radikalismus und Relativismus, Sinn und Faktizität, Determination und Freiheit. Das Aufdecken solcher Widersprüche ist kein Irrationalismus, sondern lässt eine rationale Struktur der Religion erkennen, insofern diese Widersprüche zur menschlichen Existenz gehören. Man kann den (nach-neutestamentlichen) Trinitätsglauben als eine in sich konsequente Bearbeitung dieser Widersprüche interpretieren: Der Glaube an den Sohn bearbeitet das Problem des Leidens, der Glaube an den Heiligen Geist das Problem menschlicher Freiheit. Beide Probleme bilden den Kern des Theodizeeproblems, das sich so scharf und zugespitzt nur in einer monotheistischen Religion stellt.

Online erschienen: 2014-9-6
Erschienen im Druck: 2004-5-1

© 2014 by Gütersloher Verlagshaus

Downloaded on 23.2.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.14315/evth-2004-0304/html
Scroll to top button