Erasmus as Arminius – Basel as the Anti-Rome? Closed and Open Circles of Humanist Communication
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Silvana Seidel Menchi
ZUSAMMENFASSUNG
In den Werken des Erasmus, insbesondere in seinem Epistolar und in seiner Kontroverse mit Hutten, finden sich verstreute Zeugnisse, die die Vorstellung eines zweifachen Kommunikationskreislaufs stützen - eines offenen, die bestehenden Machtverhältnisse bei der Übermittlung von Nachrichten respektierenden Diskussionszusammenhangs sowie eines geschlossenen, in dem beißende Ironie und scharfe Attacken gegen die Potentaten und die Kirche zirkulierten. Der vorliegende Beitrag will dieses doppelte Kommunikationssystem aufdecken. Dabei wird sowohl der offene, sich der Druckerzeugnisse bedienende Kommunikationsverlauf veranschaulicht als auch die vertrauliche Kommunikation, die in mündlicher Form, in kleinen Gruppen und unter Humanisten mit gemeinsamem schichtspezifischen und kulturellen Hintergrund stattfand. Die Hauptthese ist, daß Elemente der vertraulichen Kommunikation durch die Untersuchung der den gedruckten Werken der Humanisten beigefügten Illustrationen sowie durch Zusammenschau von Bild- und Wortquellen sichtbar gemacht werden können. Der Beitrag untersucht insbesondere die von Ambrosius Holbein stammenden Kupferstiche der Titelseiten einiger Werke aus der Druckerei des Johannes Froben in Basel und die damals kursierenden Schriften des Erasmus (u.|a. den Dialog „Iulius exclusus e coelis“). Auch die berühmte, Hans Holbein d.|J. zugeschriebene Flugschrift „Hercules Germanicus“ von 1522 erlaubt es, den Übergang von der mündlichen zur bildlichen Kommunikation nachzuvollziehen und den in der Nachricht enthaltenen ironisch-esoterischen Charakter beispielhaft zu erläutern
References
© 2014 by Gütersloher Verlagshaus
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