Zusammenfassung
In Deutschland muss aufgrund des auslaufenden Finanzausgleichsgesetzes eine Entscheidung über den vom Jahr 2020 an geltenden bundesstaatlichen Finanzausgleich getroffen werden. Dieser Beitrag bietet vor diesem Hintergrund einen Überblick über den Status quo des Ausgleichssystems, die finanzwissenschaftliche Kritik und die in der Fachliteratur erarbeiteten Reformkonzeptionen. Diese Reformkonzeptionen werden dabei als anreizorientierte, bedarfsorientierte und hybride Modelle klassifiziert. Weil die hybriden Reformmodelle die starke Solidaritätskomponente des deutschen Föderalismus mit mehr Transparenz und Einnahmeautonomie verbinden, bieten sie eine aussichtsreiche Basis für die Entwicklung von Reformstrategien. Beispielhaft skizzieren die Verfasser dieses Beitrags eine solche Reformstrategie, indem sie ein moderates Reformszenario mit starker Status-quo-Orientierung und ein weitergehendes Szenario des „Verantwortungsföderalismus“ entwickeln, in dem eine Vertikalisierung des Finanzausgleichs mit begrenzten Zuschlagsrechten der Länder auf die Einkommensteuer einhergeht.
Danksagung
Die Autoren danken Karen Horn, Oswald Metzger und Karl-Heinz Paqué für hilfreiche Anregungen.
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Hinweis
Dieser Aufsatz basiert auf einer Studie der Autoren im Auftrag des Konvents für Deutschland (Heinemann, Dörrenberg und Khayal 2014).
Autoreninformation
Dr. Philipp Dörrenberg, geb. 1984, ist Post-Doktorand am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und Research Fellow am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Vor seiner Tätigkeit am ZEW war er Stipendiat der Cologne Graduate School (CGS) an der Universität zu Köln und Resident Research Affiliate am IZA. Im Frühjahr 2012 war er als Gastwissenschaftler an der Indiana University tätig. Philipp Dörrenberg wurde 2014 an der Universität zu Köln mit einer Dissertation zu "Empirical Essays on Tax Compliance" promoviert. Er forscht im Bereich der empirischen Finanzwissenschaft. Vor seinem Doktorandenstudium hat er an der Universität zu Köln und am Trinity College Dublin Volkswirtschaftslehre mit Diplomabschluss studiert.
PD Dr. Friedrich Heinemann, geb. 1964, ist Leiter des Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim; Studium Volkswirtschaftslehre und Geschichte an den Universitäten Münster, Mannheim und der London School of Economics; Promotion Universität Mannheim; Habilitation Universität Heidelberg; Forschungsschwerpunkt: Empirische Finanzwissenschaften und Europäische Integration.
Nuri Khayal, geb. 1992, studiert Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Mannheim und Tilburg; studentische Hilfskraft am ZEW Mannheim (Forschungsbereich „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“); Deutschlandstipendiat der Universität Mannheim
© 2015 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/München/Boston
Artikel in diesem Heft
- Titelseiten
- Frontmatter
- Editorial
- Ethik in der Wirtschaftswissenschaft: Altes Thema, neue Aktualität
- Wissenschaft im Überblick
- Schattenwirtschaft und Schattenarbeitsmarkt: Die Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre
- Reformoptionen für den deutschen Finanzföderalismus
- Das Gespräch
- „Wir sind mit unseren intuitiven Moralvorstellungen noch nicht in der Moderne angekommen“
- Beiträge aus der Forschung
- Regionaler Nutzen von Verkehrsinfrastruktur-Erweiterungen: Evidenz vom Schweizer Autobahnnetz
- Regionale Verteilungswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
- Aus dem Verein für Socialpolitik
- Wissenschaftliches Fehlverhalten und der Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik
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- Editorial
- Ethik in der Wirtschaftswissenschaft: Altes Thema, neue Aktualität
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- Schattenwirtschaft und Schattenarbeitsmarkt: Die Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre
- Reformoptionen für den deutschen Finanzföderalismus
- Das Gespräch
- „Wir sind mit unseren intuitiven Moralvorstellungen noch nicht in der Moderne angekommen“
- Beiträge aus der Forschung
- Regionaler Nutzen von Verkehrsinfrastruktur-Erweiterungen: Evidenz vom Schweizer Autobahnnetz
- Regionale Verteilungswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
- Aus dem Verein für Socialpolitik
- Wissenschaftliches Fehlverhalten und der Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik