Lesendes Bewusstsein
Über dieses Buch
Mit dieser Monografie wird die Autonomie des literarischen Textes sowohl gegenüber seinem Autor als auch gegenüber seinem Leser systematisch begründet --- mit dem Ziel, eine Literaturwissenschaft im strengen Sinne als eigenständige Disziplin zu kennzeichnen, die andere Disziplinen wie Soziologie, Psychologie, Psychiatrie, Anthropologie und auch Theologie und Philosophie in ihren Dienst zu nehmen hat, weil ihnen das Deutungsmonopol gegenüber dem Kunstwerk abzusprechen ist. Der literarische Text erweist sich in solcher Sicht als Selbstentfaltung der zu gestaltenden Sache, deren Logik der Autor, wenn ihm sein Unternehmen gelungen ist, befolgt hat, so dass das Kunstergebnis die Subjektivität des Autors hinter sich lässt.
Die traditionelle Lehre vom Vierfachen Schriftsinn erhält in solchem Zusammenhang eine neue Aktualität, weil sie die legitimen vier Positionen des Lesers gegenüber einem literarischen Text als Eigenart des literarischen Textes definiert: buchstäblicher Sinn (das, was wörtlich dasteht), allegorischer Sinn (übertragene Bedeutung), tropologischer (= moralischer) Sinn und anagogischer (= poetologischer) Sinn.
Der literarische Text als ein solcher ist, im Unterschied zum nicht-literarischen Text, dadurch definiert, dass er in der poetologischen Differenz seine Natur hat. Das heißt: er lässt sich psychologisch lesen (als dargestelltes Schicksal) und poetologisch als eine Komposition, in der jede Szene und jedes Detail einen erkennbar notwendigen Ort erhalten haben. Literaturwissenschaft beginnt da, wo beide Lesarten berücksichtigt und aufeinander bezogen werden.
In Auseinandersetzung mit drei literarischen Texten wird die hier entwickelte Theorie der Literatur veranschaulicht – am Beispiel der „Odyssee" von Homer, der „Leiden des jungen Werthers" von Goethe und der „Abendphantasie" von Hölderlin.
Information zu Autoren / Herausgebern
Horst Jürgen Gerigk, Universität Heidelberg.
Fachgebiete
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Frontmatter
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Vorwort
vii -
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Danksagung
ix -
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Inhalt
xi - Erster Teil. Theorie der Literatur
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Erster Essay. Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für die Deutung literarischer Texte
3 -
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Zweiter Essay. Literaturwissenschaft – was ist das? Der Autor, das Werk und der Leser
23 -
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Dritter Essay. „Poetologische Differenz“ und „Vierfacher Schriftsinn“: Der künstlerische Ausdruck und die Positionen des Lesers
49 -
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Vierter Essay. Kants Lehre vom Schönen und was damit zusammenhängt: das Angenehme, das Schöne und das Gute
62 -
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Fünfter Essay. Gibt es unverständliche Dichtung? Das Nichts, die Angst und die Kunst
71 -
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Sechster Essay. „Gehäuse“ und „Grenzsituation“: Karl Jaspers und die Literaturwissenschaft
86 -
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Siebter Essay. „Dominante“, „Differenzqualität“ und „Objektsynthese“: drei Schlüsselbegriffe in Broder Christiansens „Philosophie der Kunst“
95 -
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Achter Essay. Das literarische Gebilde als „Rede des Anderen“ und die Natur seiner Ausprägungen
115 -
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Neunter Essay. Kann Kunst „realistisch“ sein? Wirklichkeit und Mimesis
135 -
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Zehnter Essay. Die Wirklichkeit der „anthropologischen Prämisse“ und die „impliziten Axiome“ fiktiver Welten
152 -
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Elfter Essay. Lesendes Bewusstsein: „Lektüre“ als zentrales Problemfeld der Literaturwissenschaft
155 - Zweiter Teil. Drei Werkanalysen
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Erstes Beispiel. Homer: „Odyssee“
169 -
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Zweites Beispiel. Goethe: „Die Leiden des jungen Werthers“
186 -
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Drittes Beispiel. Hölderlin: „Abendphantasie“
202 - Anhang
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Drucknachweise
211 -
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Personenregister
212 -
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Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Neue Folge
215
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