Ausgaben deutscher Literatur des 15. bis 18. Jahrhunderts
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Die Reihe „Ausgaben Deutscher Literatur des XV. bis XVIII. Jahrhunderts" startete 1967 mit dem Ziel, zur besseren Textkenntnis der vernachlässigten mittleren deutschen und neulateinischen Literatur beizutragen.
In der Reihe erscheinen kritische Gesamtausgaben - in einzelnen Fällen auch Auswahlausgaben – der Werke bedeutender Autoren. Die Ausgaben werden in Textbände und Realienbände aufgeteilt.
Sie enthalten neben dem Textcorpus, einem kritischen Apparat und einem ausführlichen wissenschaftlichen Apparat auch – soweit vorhanden – Briefwechsel, Tagebücher, Gespräche, Zeugnisse der Zeitgenossen zu Person und Werk des Autors, Bildnisse usw.
Daneben gibt es Dokumentationsreihen, in denen einzelne historisch interessante Texte zu einem repräsentativen Überblick über ihre Gattung zusammengestellt sind (Beispiele hierfür sind die Reihen ‚Drama‘ und ‚Roman‘).
Der zehnte Band der Christian-Weise-Gesamtausgabe enthält zwei Stücke aus Weises frühen Jahren als Gymnasialprofessor in Weißenfels: Das Lustspiel Das dreyfache Glücke (1673) funktioniert als allegorisch verschlüsselte Darstellung der Entwicklung der Stadt Leipzig. Die Complimentir-Comoedie entstammt dem Lehrbuch Politischer Redner (1677). Beispielhaft für Weises praktische Didaktik, leitet das Stück dort zu gewandtem Sprechen und Auftreten an.
Band 23 der Sämtlichen Werke Christian Weises ist der erste der "politischen Schriften"; darunter ist im Verständnis des 17. Jahrhunderts Informationsliteratur zu verstehen, die auf das Leben und das Verhalten von Bürgern, in diesem Falle von Jugendlichen, Einfluss nehmen will. "Der Kluge Hoff-Meister" ist keine Darstellung des Berufsbildes eines Hofmeisters, der als Erzieher in Adels- und Bürgerhäusern des 17. und 18. Jahrhunderts tätig war, sondern vielmehr eine Darstellung der Geschichte der Staaten Europas von ihren Anfängen bis hin in die unmittelbare Gegenwart des Autors. Weise liefert das Material, das der Hofmeister seinen Schülern vermitteln soll – eine einfache Aneinanderreihung von Namen, Jahreszahlen und kriegerischen Auseinandersetzungen, ohne auf größere Zusammenhänge einzugehen. Das zweite Werk, "Der politische Academicus", zielt dagegen auf angehende Studenten; Weise erklärt, welche Verhaltensregeln diese beachten sollten, um in einer fremden Stadt in einer fremden Umgebung als ‚klug‘ und ‚manierlich‘ zu gelten, was für die berufliche Zukunft unumgänglich ist.
Der dreizehnte Band von Rists Sämtlichen Werken beschließt die Ausgabe mit Angaben zur Familie des Autors, seiner Ausbildung und Karriere, dem Feundeskreis und den Verbindungen zu literarischen Gesellschaften, sowie Hinweisen auf zeitgenössische Zeugnisse zu Leben und Werk. Der Band enthält eine Personalbibliographie, den Textkommentar zu den Bänden I-XII mit Erklärungen zum besseren Verständnis der einzelnen Werke sowie mit eventuellen Nachweisen von Erstdrucken vieler Gelegenheitsgedichte und den jeweiligen Varianten zum Text in den Sammlungen, ein komplettes Werkverzeichnis in alphabetischer und chronologischer Folge, sowie ein ausführliches Personen- und Ortsregister, das Vers- bzw. Zeilennachweise für alle Bände bietet. Damit ist eine komplette Erschließung der Texte ausgehend von der Lektüre oder vom Register sowohl in der gedruckten als auch in der elektronischen Ausgabe garantiert. Der Band trägt damit zu einer umfassenden und gründlichen Wahrnehmung des Werks von Johann Rist bei.
Der vierzehnte Band von Christian Weises Sämtlichen Werken trägt mit der Edition zweier früher Dramen und eines späten Stücks zur Vervollständigung der Ausgabe bei: "Die Triumphirende Keuschheit" (1668) und "Die Beschützte Unschuld" (1673) entstammen der Zeit bevor Weise als Rektor des Zittauer Gymnasiums das frühneuzeitliche Schultheater reformierte: Noch sind die dargestellten Konflikte weniger komplex angelegt und die Figurenensembles überschaubarer. In der Mischung von Gattungselementen unterschiedlicher Stilhöhen zeichnen sich Verfahren der späteren Dramen jedoch bereits ab. In den frühen Stücken werden mit Fragen nach ‚politischem‘ Verhalten auch maßgebliche Themen vorgeprägt – hier unter noch deutlichem Einfluss italienischer und französischer Höflichkeitslehren von Sprezzatura und Galanterie. Als drittes Drama wird "Die Unvergnügte Seele" aus dem Jahr 1688 vorgelegt, ediert nach dem ersten erhaltenen Druck von 1690. Der Geschichte um die Genesung eines Melancholikers durch seine christliche Läuterung ist die Wendung von Christian Weises Dramenkunst in den späten Jahren abzulesen: hin zu zeitgenössischen Diskursen um protestantische Frömmigkeit und einer Neukonfiguration der Humoraltheorie als ethische Gemütslehre.
Zesens Frauenzimmer-Gebetbücher von 1657 hatten seinerzeit großen Erfolg und wurden mehrfach nachgedruckt. Textgrundlage der hier vorgelegten Edition ist ein 1660 erschienener stark erweiterter Raubdruck. Die hierin versammelten Gebete und Meditationsschriften für ein um die männlichen Gläubigen erweitertes Publikum geben nach Anlässen geordnete Worte der Heiligen Schrift zur Orientierung und zum Trost in verschiedensten Lebenslagen.
Dieser Band von Rists Sämtlichen Werken enthält die letzte große Sammlung, die der Autor 1652 veröffentlichte. Mit einer Widmung an Herzog Rudolf August von Braunschweig-Lüneburg und nach einem umfangreichen programmatischen Vorbericht präsentiert der am Höhepunkt seines Ruhmes angelangte Autor eine monumentale Demonstration seiner Vorstellungen von neuer deutscher Dichtkunst. Die vorgelegte Sammlung von Gedichten zu vielfältigen Anlässen und an prominenteste Persönlichkeiten des deutschen Sprachraums ist derart umfangreich, dass sie hier in zwei Teilbänden abgedruckt werden muss, und derart vielfältig, dass schon in den zeitgenössischen Ausgaben ein Personen- und Stichwortregister geboten wurde.
Mit diesem Band wird die nunmehr auf 12 Bände angelegte Ausgabe der Sämtlichen Werke zügig weiter geführt.
Der Schwerpunkt des Kommentars zu Philipp von Zesens Coelum astronomico-poeticum (1662) liegt auf dem Nachweis der über 3000 Zitate und Verweise. Dabei werden nicht nur die Stellen dokumentiert, auf die der Text verweist, sondern auch die Quellen, aus denen Zesen jeweils schöpft. Auf diese Weise entsteht ein exemplarisches Bild der kompilatorischen Arbeitstechnik, die charakteristisch für einen großen Teil der gelehrten Literatur jener Zeit ist.
Dieser Band komplettiert die drei Textbände der kritischen Edition der „Ausgewählten Schriften“ des Straßburger Humanisten und Arztes Johannes Adelphus Muling (1482/85 – nach 1523/vor 1555): Bd. 1: Barbarossa (1974), Bd. 2: Historia von Rhodis. Die Türckisch Chronica (1980), Bd. 3: Das Buch des Lebens (1980).
Für jeden der vorliegenden Texte enthält der Realienband Überlieferung, Kommentar sowie eine Beschreibung sämtlicher Illustrationen, deren Herkunft und Verwendung. Für das „Buch des Lebens“ wurde ein Verzeichnis der Heilpflanzen, Gewürze, Tiere, Edelsteine und Metalle erstellt. Neben einem Werkverzeichnis und einer Auflistung der Sekundärliteratur werden im Dokumentarteil Widmungsvorreden, Briefe und zwei vom Herausgeber bibliographisch kommentierte autographe Bücherverzeichnisse von Adelphus aus den Jahren 1517 und 1522 abgedruckt. Den Abschluss bilden verschiedene Register: ein Adressatenverzeichnis, das Autoren- und Titelverzeichnis, ein Register der Drucker sowie ein Literaturverzeichnis.
Mit dem dritten Band wird die Ausgabe der lateinischen Werke von Martin Opitz abgeschlossen. Zu den Schwerpunkten von Opitzens lateinischer Produktion seines letzten Lebensjahrzehnts (1631-1639) gehören das bislang unbeachtete - da für unecht gehaltene - Kleinepos RATISPONA IN LIBERTATEM VINDICATA, die programmatischen Widmungsvorreden zu zentralen Werken wie dem Trostgedichte in Widerwertigkeit Deß Krieges, dem Vesuvius oder der Antigone-Übertragung sowie die großen Huldigungsschriften und Nachrufe auf Angehörige des polnischen Adels unter Einschluss der Königsfamilie, die Opitz seit 1636 in Thorn und später in Danzig schrieb. Zusammen mit der seit 2009 vorliegenden Edition von Opitzens Korrespondenz wird die nunmehr abgeschlossene gründlich kommentierte und mit Übersetzungen ausgestattete Ausgabe entscheidend zur weiteren Erschließung dieses wichtigsten deutschen Vertreters des europäischen Späthumanismus beitragen. Der nun erscheinende dritte Band schlägt überdies eine Schneise durch den noch weithin unerforschten Bereich des ‚späten‘ Opitz, was um so mehr nottut, als vor allem für die polnischen Jahre seit 1635 die Rezeption der Forschung zusätzlich mit der polnisch-deutschen Sprachbarriere zu kämpfen hat.
Thomas Naogeorg ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Reformationsbewegung, dessen Schriften die sozialen, literarischen und geistigen Probleme der Menschen in der Mitte des Reformationsjahrhunderts wiedergeben. Die erste Gesamtausgabe soll ihm seinen Platz in der Literaturgeschichte des 16. Jh. einräumen, den lateinischen Originaltexten wird jeweils eine deutsche Übersetzung beigegeben.
Philipp von Zesen (1619-1689) schlägt in seinem 1662 in Amsterdam erschienenen Coelum astronomico-poeticum eine Brücke zwischen zeitgenössischer Astronomie und philologischer Mythenforschung. Nach einer astronomiegeschichtlichen Einleitung und einer Darstellung astronomischer Grundbegriffe behandelt er in 64 Kapiteln die zu seiner Zeit bekannten Sternbilder, indem er die mit ihnen verbundenen antiken Mythen referiert und in rationalistischer Weise deutet (sein Vorbild ist G. Vossius). Am Ende jedes Kapitels werden die „lügenhaften Erfindungen der Heiden“ durch „wahre Geschichten aus der Heiligen Schrift“ ersetzt.
Der Stoff gibt Zesen Gelegenheit, barocke Gelehrsamkeit auszubreiten - die Menge der Zitate und Verweise ist fast unübersehbar. Daneben pflegt er eigene Vorlieben, z.B. für die Etymologie, mit der er seine Theorie von der besonderen Ursprungsnähe der deutschen Sprache zu belegen sucht.
Die Neuausgabe bietet den lateinischen Text in photomechanischer Reproduktion des Originals von 1662, versehen mit textkritischen Anmerkungen, sowie eine deutsche Übersetzung im Paralleldruck.
Der Poet, Literaturreformer, Diplomat und Kulturpolitiker Martin Opitz (1597-1639) ist bekannt als „Vater der deutschen Dichtung“. Als wichtiger Vertreter des europäischen Späthumanismus verfasste er jedoch einen großen Teil seiner Werke auf Latein, was bislang in der Forschung kaum Beachtung gefunden hat. In der dreibändigen Edition werden sämtliche lateinischen Texte, darunter zahlreiche Neufunde, herausgegeben, übersetzt und ausführlich kommentiert. Der zweite Band umfaßt die in den Jahren 1624 bis Mitte 1631 erschienenen Werke. Neben separat publizierten Gelegenheits- und Geleitgedichten, geistlichen Schriften sowie Widmungsvorreden zählen darunter auch die Lebensbeschreibung des Siegfried von Promnitz sowie die umfangreiche Lyriksammlung der Silvae. Die Edition dokumentiert die große Bandbreite von Opitzens Werken aus seiner Zeit im Dienste des Kammerpräsidenten von Dohna, die in einer politisch angespannten und für den Verfasser persönlich schwierigen Lage entstanden. So erweist er sich auch hier als ein in fast allen Wissenschaften versierter Gelehrter, als ein Kenner der antiken und zeitgenössischen Literatur, als eine zentrale Gestalt in der respublica litteraria seiner Zeit mit besten Kontakten zu Adel und internationaler Diplomatie.
Der Poet, Literaturreformer, Diplomat und Kulturpolitiker Martin Opitz (1597-1639) ist bekannt als „Vater der deutschen Dichtung“. Als wichtiger Vertreter des europäischen Späthumanismus verfasste er jedoch einen großen Teil seiner Werke in lateinischer Sprache, was bislang in der Forschung kaum Beachtung gefunden hat. In der vorliegenden Edition werden sämtliche lateinischen Texte, darunter auch zahlreiche Neufunde, herausgegeben, übersetzt und ausführlich kommentiert. Ziel ist es, diese einer interdisziplinären wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei soll auch die große Bandbreite von Opitzens lateinischem Œuvre dokumentiert werden, das weltliche wie geistliche Poesie, Kasualgedichte wie politische Schriften, panegyrische Gedenkreden wie poetologisch oder kulturgeschichtlich relevante Vorreden umfasst. Opitz erscheint – gerade auch durch seine lateinischen Texte – als ein in fast allen Wissenschaften versierter Gelehrter, als ein Kenner der antiken und zeitgenössischen Literatur, als eine zentrale Gestalt in der respublica litteraria seiner Zeit mit besten Kontakten zum Adel und zu internationaler Diplomatie. Der poeta doctus steht gleichwertig neben dem deutschsprachigen Barockpoeten, und Letzterer ist nicht ohne den Ersteren zu verstehen.
Bartholomäus Ringwaldt (1530/31-1599) gehört zu den markantesten Schriftstellern lutherisch-protestantischer Provenienz aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts; seine Schriften hatten – obwohl er als Landpfarrer in der Neumark fernab großer Zentren lebte – einen bemerkenswerten Erfolg bei den Zeitgenossen, woraus zu schließen ist, dass die Texte als repräsentativ für die moralischen, sozialen und religiösen Fragen ihrer Zeit gelten können. Sie gewähren Einblicke in eine noch wenig erforschte Phase der deutschen Literarhistorie zwischen etwa 1570 und 1630 und vermitteln die ethischen Wertvorstellungen und sozialen Verhältnisse der Zeit im protestantisch orientierten Raum Ostdeutschlands.
Die vorliegende Edition ist die erste wissenschaftliche Ausgabe sämtlicher Werke Ringwaldts. Sie enthält einen authentischen, von Fehlern bereinigten Text und dokumentiert sämtliche überlieferten Varianten der Textgenese. Ergänzt wird die Textdokumentation durch eine Darstellung der Text- und Entstehungsgeschichte, der Wirkungsgeschichte und durch texterschließende Erläuterungen. Die vorliegende Ausgabe stellt zuverlässiges Material für Lektüre und Erforschung der Werke des berühmten frühneuzeitlichen Autors zusammen.
Mit diesem Realienband findet die Wanderbühnen-Edition im Rahmen der Ausgaben Deutscher Literatur nach mehr als 35 Jahren ihren Abschluss, nachdem Manfred Brauneck 1970-75 die wichtigsten Druckausgaben des 17. Jahrhunderts in den ersten vier Bänden neu zusammengestellt und Alfred Noe 1999 repräsentative Handschriften, ergänzt durch ein Beispiel für die typische Ableitung der Spieltexte aus italienischen Libretti der Hofoper, herausgegeben hat. Damit blieben nur noch die Dokumentation aller Texte bezüglich ihrer Herkunft und der Zeilenkommentar zu leisten, was nun im vorliegenden Band erfolgt.
In der Einleitung werden die wichtigsten Aspekte der Forschung sowie Anmerkungen zur allgemeinen Quellenlage der Wanderbühnen-Texte geboten. Eine thematische und chronologisch geordnete Auswahlbibliographie ermöglicht tiefer gehende Nachforschungen. Die im Anschluss daran gebotenen Illustrationen bieten eine visuelle Ergänzung zu den Ausführungen im Vorwort. Den Hauptteil des Bandes bilden die kommentierten Abschnitte zu den jeweiligen Stücken der fünf Bände, wobei nach einer einleitenden Charakteristik des betreffenden Textes die inhaltlichen und sprachlichen Probleme der einzelnen Passagen im Zeilenkommentar erläutert werden.
Christian Weises sog. politische Romane werden in den Bänden 17 bis 19 der Sämtlichen Werke vorgelegt: Band 17 enthält "Die drey Hauptverderber" (1671) und "Die drey ärgsten Ertznarren" (1672). Sie sind in gattungs- und sozialgeschichtlicher Hinsicht höchst aussagekräftig. Weise hat sie als Sinnbilder seiner politischen Lebenslehre gestaltet und für die Ausbildung der neuen Kaste der bürgerlichen Beamten, die sich in höfischen Diensten geschickt - eben ,politisch' - verhalten mussten, geschrieben. Die vier Romane sind Zentraltexte der mitteldeutschen Literatur der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und haben ihre Entsprechungen in den etwa gleichzeitigen Romanen von Johann Beer und Johann Riemer. Alle drei Autoren waren zur Zeit der Abfassung ihrer Romane in der mitteldeutschen Residenzstadt Weißenfels tätig. Die Romane Weises haben in ihrer Zeit reiche Verbreitung gefunden und sind mehrfach bis ins 18. Jahrhundert aufgelegt worden. Die Überlieferungsgeschichte des einzelnen Textes wird den Editionen jeweils beigegeben.
Christian Weises sog. politische Romane werden in den Bänden XVII bis XIX der Sämtlichen Werke vorgelegt: Band XVIII enthält "Die drey klügsten Leute" (1674). Sie sind in gattungs- und sozialgeschichtlicher Hinsicht höchst aussagekräftig. Weise hat sie als Sinnbilder seiner politischen Lebenslehre gestaltet und für die Ausbildung der neuen Kaste der bürgerlichen Beamten, die sich in höfischen Diensten geschickt - eben 'politisch' - verhalten mussten, geschrieben. Die vier Romane sind Zentraltexte der mitteldeutschen Literatur der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und haben ihre Entsprechungen in den etwa gleichzeitigen Romanen von Johann Beer und Johann Riemer. Alle drei Autoren waren zur Zeit der Abfassung ihrer Romane in der mitteldeutschen Residenzstadt Weißenfels tätig. Die Romane Weises haben in ihrer Zeit reiche Verbreitung gefunden und sind mehrfach bis ins 18. Jahrhundert aufgelegt worden. Die Überlieferungsgeschichte des einzelnen Textes wird den Editionen jeweils beigegeben.
Christian Weises sog. politische Romane werden in den Bänden 17 bis 19 der Sämtlichen Werke vorgelegt: Band 19 enthält "Der politische Näscher" (1676). Sie sind in gattungs- und sozialgeschichtlicher Hinsicht höchst aussagekräftig. Weise hat sie als Sinnbilder seiner politischen Lebenslehre gestaltet und für die Ausbildung der neuen Kaste der bürgerlichen Beamten, die sich in höfischen Diensten geschickt - eben 'politisch' - verhalten mussten, geschrieben. Die vier Romane sind Zentraltexte der mitteldeutschen Literatur der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und haben ihre Entsprechungen in den etwa gleichzeitigen Romanen von Johann Beer und Johann Riemer. Alle drei Autoren waren zur Zeit der Abfassung ihrer Romane in der mitteldeutschen Residenzstadt Weißenfels tätig. Die Romane Weises haben in ihrer Zeit reiche Verbreitung gefunden und sind mehrfach bis ins 18. Jahrhundert aufgelegt worden. Die Überlieferungsgeschichte des einzelnen Textes wird den Editionen jeweils beigegeben.
Wickrams Losbuch (1539), das diesen Titel erst seit 1559 führt, ist eine Parodie auf die beliebte Gattung der Losbücher und in seiner Art ein bemerkenswertes Zeugnis der Buchkultur der Frühen Neuzeit. Über 25 nachweisbare Auflagen bis ins frühe 18. Jh. bestätigen Beliebtheit und Erfolg der Konzeption. Die vorliegende wissenschaftliche Edition bietet den philologisch-kritisch erarbeiteten Text und eine umfangreiche Dokumentation der Textgeschichte. Die Ausgabe folgt in nötiger Umsetzung den Intentionen der editio princeps und enthält sämtliche Illustrationen und deren Varianten.
Die Ausgabe unterscheidet sich in struktureller Hinsicht und in den mitgeteilten editorischen Beigaben von der alten Ausgabe, die seinerzeit Johan von Bolte veranstaltete.
Innerhalb der deutschen Cats-Rezeption nimmt die hier neu edierte, umfangreiche Übertragung durch Philipp von Zesen einen bedeutenden Platz ein. Beverwijcks Schat der Gesontheyt erschien zuerst 1636 in Dordrecht und wurde bald zum Bestseller. Dazu haben u. a. die Hunderte von Gedichten beigetragen, die Jacob Cats beigesteuert hat. Das Buch war mit seinen medizinischen Ausführungen und Erklärungen aktuell. Insbesondere stieß es wegen des praxisorientierten Horizonts auf großes Interesse.
Zesen hat das vollständige Werk übertragen, also auch alle Beiträge von Cats. Eine vergleichende Analyse von Vorlage und Übersetzung erbringt für den Fragenkreis der interkulturellen Perspektive hochinteressante Ergebnisse: Zesen versucht durch Auflockerung des Metrums und eine Reihe von rhythmischen Verbesserungen die Monotonie des Catsschen Metrums aufzulockern. Die Metapher erhält größeres Gewicht. Insgesamt transferiert Zesen die Verse seiner Vorlage in eine deutsche Poetik. Schließlich berücksichtigt Zesen den anderen kulturellen Hintergrund seiner deutschen Leser und ändert seine Vorlage behutsam dort, wo sie ihm allzu direkt und drastisch oder auch zu sehr auf niederländische Eigenarten bezogen erscheint.
Der Band enthält die Komödie Die Böse Catharine (1705) und das Sangspiel Die betrübte und getröstete Galathee (1673). Die Edition der Bösen Catharine erfolgt nach den Handschriften, die der Galathee nach dem Erstdruck. Die vollständige Überlieferungsgeschichte der Texte, die nötigen Eingriffe der Bearbeiter und ein umfangreiches Variantenverzeichnis beschließen den Band.