Diokaisareia in Kilikien
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Die an den südlichen Ausläufern des Taurus gelegenen Ruinen in dem modernen Ort Uzuncaburc gehören zum hellenistischen Heiligtum des Zeus-Olbios und zur antiken Stadt Diokaisareia. Die beeindruckend gut erhaltene Architektur spiegelt die wechselvolle Geschichte dieses antiken Ortes wider: Das extraurbane Heiligtum war in hellenistischer Zeit das Machtzentrum eines ausgedehnten Tempelstaates, in der frühen Kaiserzeit entstand um das Heiligtum eine Stadt, die bis in das 7. Jahrhundert n.Chr. blühte. Eine Dokumentation aller Oberflächenbefunde sowie detaillierte Bauaufnahmen wurden in den Jahren 2001-2006 von einer internationalen Forschergruppe aus Archäologen, Bauforschern, und Historikern durchgeführt. Mit der Reihe werden einzelne Materialgruppen und Gebäudekomplexe monographisch vorgelegt. Damit bietet sie einen wesentlichen Beitrag zur antiken Siedlungsgeschichte Kleinasiens und zur Entwicklung antiker Architektur vom Hellenismus bis in die Spätantike.
Die Reihe wird voraussichtlich fünf Bände umfassen:
Band I: Norbert Kramer, Der Keramiksurvey (2012)
Band II: Marcello Spanu, The Theatre (2011)
Band III: Johannes Linnemann, Die Nekropolen (2013)
Als nächster Band geplant ist:
Band IV: Detlev Wannagat und Stephan Westphalen, Das Heiligtum des Zeus-Olbios
- grundlegende Studien zu einem regionalen Machtzentrum Kleinasiens in hellenistisch-römischer Zeit
- detaillierte Bauaufnahmen hervorragend erhaltener Monumentalarchitektur
- exemplarische Darstellungen einzelner Material- und Fundgruppen
Der erste Band der Reihe „Diokaisareia in Kilikien“ legt die Ergebnisse des Keramiksurveys auf dem Gebiet der römischen Stadt Diokaisareia im Rauen Kilikien (Südtürkei) vor. Am Übergang von der hellenistischen zur römischen Zeit wurde rund um den monumentalen Tempel für Zeus Olbios, der in hellenistischer Zeit das Zentrum des Olbischen Tempelstaates bildete, eine neue Stadt gegründet und mit zahlreichen, teilweise bis heute erhaltenen Funktionsbauten ausgestattet. Der Keramik- und Kleinfundsurvey hilft, die vorhellenistische Nutzung, sowie die vorurbane und urbane Siedlungsgeschichte bis zu ihrem Ende in frühbyzantinischer Zeit nachzuzeichnen. Hierzu stellt die Arbeit zunächst die Funde und Fundgattungen sowie ihre räumliche Verteilung im Stadtgebiet vor, um diesen Befund dann in Bezug auf die Siedlungsentwicklung auszuwerten.
The theatre of Diokaisareia (Cilicia, Asia Minor) has been partially excavated in 1993 by a team of Turkish archaeologists, when a large part of the cavea and part of the scaena have been brought to light. On this occasion many elements of the architectural decoration were uncovered and a significant fragment of the dedicatory inscription was rediscovered. This text allows to date the building during the principate of Marcus Aurelius and Lucius Verus, making this theatre the only dated monument so far in Roman Cilicia.
Now the remains have been studied within the German research project directed by Detlev Wannagat. The purpose of the volume is to make a complete survey of the main architectural features of the theatre. Starting from the collation of travellers' notes and photographs, in breadth and detail Marcello Spanu analyses and illustrates all available data. The study provides a detailed survey of the ancient structures and a thorough catalogue of all the preserved architectural elements, accompanied by an accurate graphic and photographic documentation. Starting from these data, the author proposes the reconstruction of the monument, taking into account its main features and its situation within the ancient city's topographic layout. The book offers new light on the researches on Cilicia and on Asia Minor, proposing new hypothesis on architecture of ancient theatres and on architectural decoration history.
Im Umfeld des antiken Diokaisareia im Rauhen Kilikien (Türkei) lassen sich fünf Nekropolen feststellen, die vorwiegend an wichtigen Zufahrtsstraßen der Polis liegen. Die etwa 750 aufgenommenen Gräber und Grabanlagen sind typologisch in Sarkophage, Felsgräber und Grabbauten zu unterteilen. Anhand der in den Inschriften genannten Berufsnennungen lässt sich zumindest im Ansatz ein Bild des städtischen Lebens rekonstruieren. Während nur wenige Gräber aus der Zeit vor der Stadtgründung im 1. Jh. n. Chr. datieren, wurde der Großteil in der römischen Kaiserzeit und in frühbyzantinischer Zeit angelegt.