Kristina Lindell (1928–2005)
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Jan-Öjvind Swahn
Abstract
Kristina Lindell wurde am 19. Juli 1928 als Tochter eines Eisenbahnbeamten geboren, und zwar im schwedischen Lund, wohin sie später nach verschiedenen Anstellungen zurückkehrte. Vorher wirkte sie als Volksschullehrerin in den Schären der Provinz Östergötland, wo sie an der Robbenjagd teilnahm und ein Schifferpatent erwarb, sowie in Malmö, von wo aus sie an der Universität Lund ihre umfassenden Sprachkenntnisse erwarb, später dann in Peking, wo sie als Übersetzerin an der Schwedischen Botschaft tätig war, und in Kopenhagen, wo sie ihre Kenntnisse der chinesischen Sprache vertiefte. Dort entstand ihr Interesse an den chinesischen Minoritätskulturen, besonders im Süden Chinas. In Kopenhagen studierte sie auch die Thai-Sprache und fuhr 1972 nach Thailand, um u.a. die nordthailändische Tempelarchitektur kennenzulernen. Hier machte sie die Bekanntschaft eines Repräsentanten der Khmu- oder Kammu-Minorität, Damrong Tayanin (sein Kammu-Name ist Kàm Ràw), eines außerordentlich begabten Erzählers von Mythen, Märchen, Sagen und fast allen anderen Gattungen der mündlichen Literatur dieses Volkes, der darüber hinaus die soziale, religiöse und materielle Kultur seines Volkes bis ins kleinste Detail kannte und (wie Kristina selbst) ein hochtalentierter Zeichner war. Damrong Tayanin, der heute als Angestellter der Universität in Lund lebt, sollte für den Rest ihres Lebens zu ihrem wissenschaftlichen Partner werden. Zusammen gaben sie mehrere hundert Texte heraus, hauptsächlich Märchen, und dazu etwa fünfzig Bücher und Artikel, oft mit Federzeichnungen illustriert.
© Walter de Gruyter
Articles in the same Issue
- Die ägyptische Erzählung von den zwei Brüdern
- Das Motiv des aufopfernden Freundes von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit
- Légendes et lieux en partage
- Vom Maulwurf erzählen
- Die christliche Symbolik von Tierfiguren im georgischen Volksmärchen, dargestellt an einer Handschrift aus dem 12. Jahrhundert
- The Fairy-tale Elements of Milton's Comus
- Die Verbürgerlichung Sneewittchens
- Die düstere Seite der modernen Sagen
- Folk Narrative Theories and Contemporary Practices
- Mythos und Fälschung: ‚Volk‘ und ‚Nation‘ im mitteleuropäischen Kultur- und Staatenraum des 18. und 19. Jahrhunderts
- József Faragó (1922–2004)
- Kristina Lindell (1928–2005)
- Walther Heissig (1913–2005)
- Gerald Thomas (1940–2005)
- Besprechungen
- Eingesandte Bücher
- Bericht über die Mitgliederversammlung der ISFNR anläßlich des 14. Kongresses am 31. Juli 2005 in Tartu (Estland)
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