Datamining in Urkunden
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Alheydis Plassmann
Zusammenfassung
Urkunden liefern uns oftmals gleichsam nebenbei Informationen, die neben dem eigentlichen herrscherlichen Akt als solchen in ihrer Gesamtheit Einblicke in Herrschaftsstrukturen und Vernetzungen geben können. Für die Itinerarforschung hat man dies schon lange gemacht, ist aber vor anderen Auswertungen oftmals zurückgeschreckt. In der Tat hängt die Möglichkeit einer statistischen Auswertung von Urkunden entscheidend von der Größe des Urkundenkorpus ab. Am Beispiel der Urkunden Heinrichs II. von England lässt sich aufzeigen, dass die geographisch- statistischen Informationen in den Urkunden verwendet werden können, um die Vernetzung des Königs innerhalb seiner verschiedenen kontinentalen Besitzungen deutlich zu machen. Dabei lassen sich auch kleinere Bestände wie etwa die Urkunden für aquitanische oder bretonische Empfänger dann auswerten, wenn sie mit den Ergebnissen aus größeren Beständen wie den Urkunden für normannische Empfänger abgeglichen werden. Die Betrachtung der diversen Herrschaften Heinrichs II. auf dem Kontinent führt zu Erkenntnissen über die Verflechtung der Regionen untereinander, aber auch über die Dichte der Verbindungen des Königs in der jeweiligen Region.
Zusammenfassung
Urkunden liefern uns oftmals gleichsam nebenbei Informationen, die neben dem eigentlichen herrscherlichen Akt als solchen in ihrer Gesamtheit Einblicke in Herrschaftsstrukturen und Vernetzungen geben können. Für die Itinerarforschung hat man dies schon lange gemacht, ist aber vor anderen Auswertungen oftmals zurückgeschreckt. In der Tat hängt die Möglichkeit einer statistischen Auswertung von Urkunden entscheidend von der Größe des Urkundenkorpus ab. Am Beispiel der Urkunden Heinrichs II. von England lässt sich aufzeigen, dass die geographisch- statistischen Informationen in den Urkunden verwendet werden können, um die Vernetzung des Königs innerhalb seiner verschiedenen kontinentalen Besitzungen deutlich zu machen. Dabei lassen sich auch kleinere Bestände wie etwa die Urkunden für aquitanische oder bretonische Empfänger dann auswerten, wenn sie mit den Ergebnissen aus größeren Beständen wie den Urkunden für normannische Empfänger abgeglichen werden. Die Betrachtung der diversen Herrschaften Heinrichs II. auf dem Kontinent führt zu Erkenntnissen über die Verflechtung der Regionen untereinander, aber auch über die Dichte der Verbindungen des Königs in der jeweiligen Region.
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt VII
- Die Urkunde. Text ‒ Bild ‒ Objekt. Eine Einführung 1
-
Teil 1: Urkunden als Quellen und als Rechtsmittel
- Jüdisches Urkundenwesen und christliche Obrigkeiten im spätmittelalterlichen Österreich 19
- Datamining in Urkunden 41
- Mit brief und insigel. Reflexe von Beglaubigungsstrategien in mittelhochdeutschen Romanen 99
- Papstbriefe und Papsturkunden. Abgrenzungen und Überschneidungen im früheren Mittelalter 125
- Die ‚Privaturkunde‘ im persisch-islamischen Kultur- und Rechtsbereich. Herausforderungen einer komparatistischen Diplomatik 141
-
Teil 2: Urkunden als Schriftbilder zwischen Recht und Repräsentation
- Das Erscheinungsbild tibetischsprachiger Herrscherurkunden. Strategien zur Erzeugung von Feierlichkeit 163
- Die sichtbare Macht. Visuelle Signale im Rahmen der kaiserlichen Privilegienurkunde in Byzanz 183
- Graphische Symbole in Bischofsurkunden des hohen Mittelalters 199
- „Same same but different“. Die Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen 233
- Illuminierte Urkunden. Bildmedium und Performanz 259
-
Teil 3: Der Medienwechsel. Urkunden in Kopiaren und auf Stein
- Urkundeninschriften und Urkunden imitierende Inschriften. Gestaltungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten 331
- Originale, imitierende Kopien, Fälschungen. Die Nutzung und Sicherung mittelalterlicher Herrscherurkunden durch geistliche Empfänger Italiens (10.‒12. Jahrhundert) 363
- Visuelle Rechtsordnung und Herrschaftslegitimation in katalanischen Libri feudorum und Capbreus 383
- Register 419
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt VII
- Die Urkunde. Text ‒ Bild ‒ Objekt. Eine Einführung 1
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Teil 1: Urkunden als Quellen und als Rechtsmittel
- Jüdisches Urkundenwesen und christliche Obrigkeiten im spätmittelalterlichen Österreich 19
- Datamining in Urkunden 41
- Mit brief und insigel. Reflexe von Beglaubigungsstrategien in mittelhochdeutschen Romanen 99
- Papstbriefe und Papsturkunden. Abgrenzungen und Überschneidungen im früheren Mittelalter 125
- Die ‚Privaturkunde‘ im persisch-islamischen Kultur- und Rechtsbereich. Herausforderungen einer komparatistischen Diplomatik 141
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Teil 2: Urkunden als Schriftbilder zwischen Recht und Repräsentation
- Das Erscheinungsbild tibetischsprachiger Herrscherurkunden. Strategien zur Erzeugung von Feierlichkeit 163
- Die sichtbare Macht. Visuelle Signale im Rahmen der kaiserlichen Privilegienurkunde in Byzanz 183
- Graphische Symbole in Bischofsurkunden des hohen Mittelalters 199
- „Same same but different“. Die Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen 233
- Illuminierte Urkunden. Bildmedium und Performanz 259
-
Teil 3: Der Medienwechsel. Urkunden in Kopiaren und auf Stein
- Urkundeninschriften und Urkunden imitierende Inschriften. Gestaltungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten 331
- Originale, imitierende Kopien, Fälschungen. Die Nutzung und Sicherung mittelalterlicher Herrscherurkunden durch geistliche Empfänger Italiens (10.‒12. Jahrhundert) 363
- Visuelle Rechtsordnung und Herrschaftslegitimation in katalanischen Libri feudorum und Capbreus 383
- Register 419