Coelum astronomico-poeticum sive mythologicum stellarum fixarum
Philipp von Zesen (1619-1689) schlägt in seinem 1662 in Amsterdam erschienenen Coelum astronomico-poeticum eine Brücke zwischen zeitgenössischer Astronomie und philologischer Mythenforschung. Nach einer astronomiegeschichtlichen Einleitung und einer Darstellung astronomischer Grundbegriffe behandelt er in 64 Kapiteln die zu seiner Zeit bekannten Sternbilder, indem er die mit ihnen verbundenen antiken Mythen referiert und in rationalistischer Weise deutet (sein Vorbild ist G. Vossius). Am Ende jedes Kapitels werden die „lügenhaften Erfindungen der Heiden“ durch „wahre Geschichten aus der Heiligen Schrift“ ersetzt.
Der Stoff gibt Zesen Gelegenheit, barocke Gelehrsamkeit auszubreiten - die Menge der Zitate und Verweise ist fast unübersehbar. Daneben pflegt er eigene Vorlieben, z.B. für die Etymologie, mit der er seine Theorie von der besonderen Ursprungsnähe der deutschen Sprache zu belegen sucht.
Die Neuausgabe bietet den lateinischen Text in photomechanischer Reproduktion des Originals von 1662, versehen mit textkritischen Anmerkungen, sowie eine deutsche Übersetzung im Paralleldruck.
Der Schwerpunkt des Kommentars zu Philipp von Zesens Coelum astronomico-poeticum (1662) liegt auf dem Nachweis der über 3000 Zitate und Verweise. Dabei werden nicht nur die Stellen dokumentiert, auf die der Text verweist, sondern auch die Quellen, aus denen Zesen jeweils schöpft. Auf diese Weise entsteht ein exemplarisches Bild der kompilatorischen Arbeitstechnik, die charakteristisch für einen großen Teil der gelehrten Literatur jener Zeit ist.