Sozialwissenschaftliche Einführungen
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Herausgegeben von:
Rainer Schützeichel
Die Bände dieser von Rainer Schützeichel † (Universität Bielefeld) herausgegebenen Reihe befassen sich interdisziplinär mit aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Problemlagen. Aufgrund ihres modularen Aufbaus eignen sie sich nicht nur als grundlegende und umfassende wissenschaftliche Einführungen, sondern auch als Lehrbücher in der universitären Lehre.
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Das Einführungsbuch bietet einen kompakten Einstieg in die Kunstsoziologie. Vorgestellt werden wichtige Grundlagenwerke und die mit ihnen verbundenen Perspektiven auf die Kunst, sowie aktuelle Forschungsarbeiten, in denen diese Perspektiven aufgegriffen und fruchtbar gemacht werden. Darüber hinaus vermittelt das Buch einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kunstsoziologie. Die Darstellung folgt dabei der These, dass sich in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Kunst drei Zugangsweisen identifizieren lassen, die die Dynamik der Auseinandersetzungen lange Zeit wesentlich bestimmt haben. Thematisiert werden in diesem Zusammenhang auch Grenzziehungsfragen zu den Nachbardisziplinen sowie wichtige Begrifflichkeiten, die in der Kunstsoziologie häufig eine Rolle spielen (so u.a. Wahrnehmung, Praxis, Profession und Organisation). Integriert ist darüber hinaus ein Methodenkapitel, in denen auch neuere Überlegungen zu einer ästhetischen Forschung aufgegriffen werden.
Die Verhaltensgenetik blickt auf eine gut replizierte Studienlage. Daher wird es zunehmend schwerer, sie in den Sozialwissenschaften zu ignorieren und gleichzeitig den Anspruch zu erheben, kausale Muster der Entstehung und Reproduktion sozialer Ungleichheit zu identifizieren. Der erste von zwei Teilen dieses Lehrbuchs gibt einen einleitenden, aber kritischen Überblick über die zentralen Ideen, analytischen Mechanismen und methodologischen Ansätze der Verhaltensgenetik. Dieser Teil schließt mit dem Kontrast zwischen dem soziologischen und dem verhaltensgenetischen Ansatz der Erklärung intergenerationaler Vererbung innerhalb von Familien. Im zweiten Teil nimmt die Darstellung des „interaktionistischen Konsenses", also der Idee, dass Unterschiede im menschlichen Verhalten immer durch Gene und Umwelt im Zusammenspiel entstehen, eine zentrale Rolle ein. Dafür werden die Konzepte der Gen-Umwelt-Korrelationen und der Gen-Umwelt-Interaktionen eingeführt und für soziologische Inhalte diskutiert und empirisch aufgearbeitet. Verhaltensgenetische Inhalte und Ansätze können und sollen soziologische Erkenntnisse nicht ersetzen, so die grundlegende Perspektive des Lehrbuchs, aber sie sind zwingend nötig, um soziale Prozesse ohne biologische Konfundierung sichtbar zu machen.
- Hochaktueller Themenkomplex für soziologische Forschung zur sozialen Positionierung von Individuen, zu Mustern intergenerationaler Vererbung sowie zu Effekten der sozialen Umwelt
- Zahlreiche inhaltliche Anwendungsbeispiele aus den Bereichen der sozialen und bildungsbezogenen Ungleichheit
- Beispielanalysen anhand der Daten des deutschen TwinLife-Panels
Unser Zusammenleben ist auf vielfältige Weise affektiv geprägt: Wir lassen uns von der Freude anderer anstecken, fühlen uns abgestoßen von Hass und sozialer Kälte oder fühlen uns cool im Verbund mit anderen. Emotionen, Gefühle und Affekte moderieren auf spürbare Weise das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft.
Das Lehrbuch gibt einen Überblick über die soziologische Emotions- und Affektforschung. Neben der Entwicklung und den Grundkonzepten emotionssoziologischer Theoriebildung, werden empirische Forschungsmöglichkeiten und gegenwärtige Trends aufgezeigt. Um das weite Feld der Emotions- und Affektforschung gegenstandnah abzustecken, werden einige zentrale Forschungsfelder vorgestellt und einzelne distinkte Gefühle in ihrer sozialen Funktion diskutiert. Gerade Studierenden soll der Einstieg erleichtert werden, indem die Beiträge Kernthemen der Emotions- und Affektforschung in Relation zu zentralen Paradigmen und Zeitdiagosen der Soziologie besprechen. Auf diesem Weg adressiert die Einführung Potentiale und Schwierigkeiten des sozialwissenschaftlichen Studiums der Gefühle.
Die Wissenschaftsforschung macht die Wissenschaft zum Gegenstand von Wissenschaft. Sie untersucht zum einen die Innenwelt der Wissenschaft, also die Produktion wissenschaftlichen Wissens, die Praxis der Forschung und ihre institutionellen Strukturen. Zum anderen interessiert sie sich für die Außenbeziehungen der Wissenschaft, ihre Prägung durch die gesellschaftliche Umwelt und ihre Effekte in verschiedenen Anwendungskontexten.
Als interdisziplinäres Feld mit Wurzeln in der Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftssoziologie ist die Wissenschaftsforschung nicht leicht einzukreisen. Vor diesem Hintergrund versteht sich das vorliegende Lehrbuch als Wegweiser in einem manchmal unübersichtlichen interdisziplinären Gelände. Im ersten Teil werden Grundlagen und Grundbegriffe erläutert. Der zweite Teil sortiert zentrale Forschungsfelder; es geht um Expertise, um das Labor, um die Universität und um die Rolle der Wissenschaft für Innovationprozesse. Der dritte Teil bietet Orientierung in wissenschaftspolitischen Debatten; behandelt werden hier Fragen der Qualität von Forschung, ihre gesellschaftliche Relevanz und ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit. Der vierte Teil führt in methodologische Debatten ein, bevor abschließend Erfahrungen aus der Lehrpraxis reflektiert werden.
Das Lehrbuch bietet eine systematische, sozialwissenschaftliche Einführung in die Soziale Robotik. Dieser Teilbereich der Erforschung künstlicher Intelligenz zielt darauf ab, menschenähnliche Roboter zu entwickeln, die in soziale Beziehungen mit Menschen treten sollen.
In drei Teilen werden die wichtigsten Aspekte der Sozialen Robotik beleuchtet. Der erste Teil fokussiert die Geschichte der KI-Forschung, beleuchtet den ‚Traum‘ vom künstlichen Menschen und zeichnet schließlich nach, wie die Soziologie seit den 1980er Jahren das Thema beobachtet. Im zweiten Teil werden eine techniksoziologische Perspektiven eröffnet, die sich mit der Herstellung sozialer Roboter in den Laboren der Technikwissenschaften sowie den gesellschaftlichen Folgen der Entwicklung und Etablierung sozialer Roboter befassen. Im Zentrum des dritten Teils schließlich stehen sozialtheoretische Perspektiven, die der Frage der Sozialität sozialer Roboter nachgehen und anhand exemplarischer Fallstudien zeigen, wie diese Frage beantwortet werden kann.
- Hoch aktuelles Thema, das etablierte Vorstellungen von Sozialität herausfordert
- Erste sozialwissenschaftliche Einführung zum Thema
- Systematischer Überblick über techniksoziologische und sozialtheoretische Perspektiven auf die soziale Robotik
- Zugänglichkeit und Nachvollziehbarkeit durch viele Fallbeispiele
The numerous and far-reaching socio-political transformations that have taken place on the European continent since the mid-20th century have stipulated the emergence of new approaches and research fields in the social sciences. One of these is the development of a Sociology of Europeanization. This textbook provides an overview of its major topics, concepts, and research approaches. Each of the 14 chapters of this textbook introduces one particular topic of the Sociology of Europeanization – ranging from major conceptual considerations to an exploration of the numerous spatial, cultural, economic, political, judicial, and socio-structural implications of Europeanization. Hence, this book is very suitable as a fundamental introductory reading and for teaching in European studies and related study programs. It is also recommended to everyone who is interested in more recent European history and current sociological studies of transnationalization.
Events around the book
Link to a De Gruyter Online Event in which renowned scholars and experts discuss what is necessary for the teaching of European Studies today and what future directions European Studies should take in light of current challenges and crises. The event was moderated by Sebastian Büttner and Susann Worschech, two co-editors of this textbook:
https://youtu.be/Deh13FJ1ctE
During the annual colloqium of the European General Studies Programme of the College of Europe (Bruges), Sebastian Büttner discussed and presented his co-edited book:
https://youtu.be/GLheIHQOEv4
Migration betrifft viele Bereiche des sozialen Lebens. Dieser Band bietet eine Einführung in die Ursachen von Migration, die Rolle von Netzwerken, Fragen der Sozialintegration und ungleichheitsrelevante Kategorisierungen von Migrant*innen. Damit verschafft dieses Lehrbuch einen systematischen Einblick, wie soziale Ordnung als eine grenzübergreifende Hierarchie von sozialen Ungleichheiten begriffen werden kann. Grenzüberschreitende Migration wird in einen breiteren Zusammenhang von sozialen Ungleichheiten und Transnationalisierung gestellt. Das Lehrbuch ordnet die damit verbundenen Fragen mit Hilfe von Theorien und Konzepten ein, gibt eine Einführung in die einschlägigen empirischen Methoden der Migrationsforschung, liefert Beispiele für gelungene empirische Forschung und vermittelt didaktische Anregungen.
Die Rational-Choice-Theorie nimmt in vielerlei Hinsicht – etwa mit Blick auf ihre formalisierte Theoriearchitektur und ihre Fruchtbarkeit in der angewandten Sozialforschung – eine besondere Stellung in den Sozialwissenschaften ein. Zugleich wird der Ansatz gerade in der Soziologie häufig als grundlegend defizitär dargestellt und vor allem für sein implizites Menschenbild kritisiert. Diesem Band liegt das Ziel zugrunde, weitverbreitete Missverständnisse über die Rational-Choice-Theorie aufzuklären. Essentiell ist dabei der Gedanke, scharf zwischen dem zugrundeliegenden Formalismus und speziellen Anwendungen zu unterscheiden. Neben den methodologischen Grundlagen der Theorie und den Grundzügen des Formalismus werden insbesondere auch zentrale Anwendungsgebiete, etwa soziale Dilemmata, Vertrauen, kollektives Handeln und soziale Normen, behandelt. Schließlich wird auch auf die tatsächlichen Schwächen der Rational-Choice-Theorie und Möglichkeiten zu ihrer Fortentwicklung eingegangen.