Mit brief und insigel. Reflexe von Beglaubigungsstrategien in mittelhochdeutschen Romanen
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Andrea Schindler
Zusammenfassung
Die uns überlieferte Literatur des Mittelalters ist Adelsliteratur, in der sich die Lebenswelt des (Hoch-)Adels, wenn auch deutlich idealisiert, spiegelt. Auch das Urkundenwesen bzw. der Akt der Beglaubigung durch Schriftstücke sowie deren Siegelung sind Teil dieser Kultur, Beglaubigungsstrategien werden auf verschiedenen Ebenen in der mittelalterlichen Literatur thematisiert. Schwierig ist allerdings die konkrete Identifizierung von Urkunden bzw. urkundlichen Schriftstücken in den Werken, da nicht nur ein einzelner mittelhochdeutscher Begriff für deren Benennung zur Verfügung steht und eine eindeutige Terminologie den literarischen Texten kaum zu entnehmen ist. In einem ersten Teil werden daher die verschiedenen Begriffe für Urkunden bzw. deren Bestandteile auf ihren semantischen Gehalt befragt und in ihrer Verwendung in literarischen Texten untersucht. Danach wird anhand einzelner Texte gezeigt, wie mündlich, v. a. aber schriftlich Legitimation durch ‚Bezeugungsinstrumente‘ wie Boten, Siegel oder Schrift erreicht wird und welche Funktion auf diese Weise beglaubigte Schriftstücke im jeweiligen literarischen Kontext haben.
Zusammenfassung
Die uns überlieferte Literatur des Mittelalters ist Adelsliteratur, in der sich die Lebenswelt des (Hoch-)Adels, wenn auch deutlich idealisiert, spiegelt. Auch das Urkundenwesen bzw. der Akt der Beglaubigung durch Schriftstücke sowie deren Siegelung sind Teil dieser Kultur, Beglaubigungsstrategien werden auf verschiedenen Ebenen in der mittelalterlichen Literatur thematisiert. Schwierig ist allerdings die konkrete Identifizierung von Urkunden bzw. urkundlichen Schriftstücken in den Werken, da nicht nur ein einzelner mittelhochdeutscher Begriff für deren Benennung zur Verfügung steht und eine eindeutige Terminologie den literarischen Texten kaum zu entnehmen ist. In einem ersten Teil werden daher die verschiedenen Begriffe für Urkunden bzw. deren Bestandteile auf ihren semantischen Gehalt befragt und in ihrer Verwendung in literarischen Texten untersucht. Danach wird anhand einzelner Texte gezeigt, wie mündlich, v. a. aber schriftlich Legitimation durch ‚Bezeugungsinstrumente‘ wie Boten, Siegel oder Schrift erreicht wird und welche Funktion auf diese Weise beglaubigte Schriftstücke im jeweiligen literarischen Kontext haben.
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt VII
- Die Urkunde. Text ‒ Bild ‒ Objekt. Eine Einführung 1
-
Teil 1: Urkunden als Quellen und als Rechtsmittel
- Jüdisches Urkundenwesen und christliche Obrigkeiten im spätmittelalterlichen Österreich 19
- Datamining in Urkunden 41
- Mit brief und insigel. Reflexe von Beglaubigungsstrategien in mittelhochdeutschen Romanen 99
- Papstbriefe und Papsturkunden. Abgrenzungen und Überschneidungen im früheren Mittelalter 125
- Die ‚Privaturkunde‘ im persisch-islamischen Kultur- und Rechtsbereich. Herausforderungen einer komparatistischen Diplomatik 141
-
Teil 2: Urkunden als Schriftbilder zwischen Recht und Repräsentation
- Das Erscheinungsbild tibetischsprachiger Herrscherurkunden. Strategien zur Erzeugung von Feierlichkeit 163
- Die sichtbare Macht. Visuelle Signale im Rahmen der kaiserlichen Privilegienurkunde in Byzanz 183
- Graphische Symbole in Bischofsurkunden des hohen Mittelalters 199
- „Same same but different“. Die Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen 233
- Illuminierte Urkunden. Bildmedium und Performanz 259
-
Teil 3: Der Medienwechsel. Urkunden in Kopiaren und auf Stein
- Urkundeninschriften und Urkunden imitierende Inschriften. Gestaltungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten 331
- Originale, imitierende Kopien, Fälschungen. Die Nutzung und Sicherung mittelalterlicher Herrscherurkunden durch geistliche Empfänger Italiens (10.‒12. Jahrhundert) 363
- Visuelle Rechtsordnung und Herrschaftslegitimation in katalanischen Libri feudorum und Capbreus 383
- Register 419
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Vorwort V
- Inhalt VII
- Die Urkunde. Text ‒ Bild ‒ Objekt. Eine Einführung 1
-
Teil 1: Urkunden als Quellen und als Rechtsmittel
- Jüdisches Urkundenwesen und christliche Obrigkeiten im spätmittelalterlichen Österreich 19
- Datamining in Urkunden 41
- Mit brief und insigel. Reflexe von Beglaubigungsstrategien in mittelhochdeutschen Romanen 99
- Papstbriefe und Papsturkunden. Abgrenzungen und Überschneidungen im früheren Mittelalter 125
- Die ‚Privaturkunde‘ im persisch-islamischen Kultur- und Rechtsbereich. Herausforderungen einer komparatistischen Diplomatik 141
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Teil 2: Urkunden als Schriftbilder zwischen Recht und Repräsentation
- Das Erscheinungsbild tibetischsprachiger Herrscherurkunden. Strategien zur Erzeugung von Feierlichkeit 163
- Die sichtbare Macht. Visuelle Signale im Rahmen der kaiserlichen Privilegienurkunde in Byzanz 183
- Graphische Symbole in Bischofsurkunden des hohen Mittelalters 199
- „Same same but different“. Die Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen 233
- Illuminierte Urkunden. Bildmedium und Performanz 259
-
Teil 3: Der Medienwechsel. Urkunden in Kopiaren und auf Stein
- Urkundeninschriften und Urkunden imitierende Inschriften. Gestaltungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten 331
- Originale, imitierende Kopien, Fälschungen. Die Nutzung und Sicherung mittelalterlicher Herrscherurkunden durch geistliche Empfänger Italiens (10.‒12. Jahrhundert) 363
- Visuelle Rechtsordnung und Herrschaftslegitimation in katalanischen Libri feudorum und Capbreus 383
- Register 419